
Der nächste Dreitäger, der am ersten Tag uns fast nur mit Dauerregen beschenkt, und das bei einem Wetterbericht, der 0.1mm Regen pro Std. verheissen hat. Wir haben den Weg vom Kloster Claro nach Osogna trotzdem genossen. Und am zweiten Tag von Monte Carasso / Curzutt nach Cugnasco und am dritten Tag von Gordola zur Wallfahrtskirche Madonnal del Sasso in Orselina oberhalb von Locarno meinte es die Sonne gut mit uns: Bestes Herbstwetter! Der mit der Muschel und den Stoffbändeln mit den Namen der Pilger:innen geschmückte Pilgerstab begleitete uns die drei Tage mit dem Thema „in eine Gemeinschaft eingebunden sein“. Wir erleben im Leben Gemeinschaft aufgrund von Sympathie (z.B. Freundschaften), aufgrund von gemeinsamen Interessen (z.B. Hobbies wie das Pilgern), geistliche Gemeinschaft, die nicht wir schaffen, sondern die Christus geschaffen hat (vgl. „Wo zwei oder drei in meinem Namen zusammen sind, da bin ich mitten unter ihnen“), Schicksalsgemeinschaft (z.B. „wir müssen jetzt gemeinsam über die 270m lange Hängebrücke „Ponte Tibetano), Gemeinschaften, die ich frei wähle (z.B. Arbeitsgemeinschaft mit einem Team), Gemeinschaft, in die ich eingebunden bin, aber auch verlassen kann (z.B. Hausgemeinschaft), Gemeinschaft, in die ich ein Leben lang hineingestellt bin und die ich nicht wähle (Blutsverwandtschaft) und dann gibt es Momente, in denen ich mich der Gemeinschaft bewusst entziehe, um allein zu sein – andererseits leide ich manchmal unter Momenten, in denen ich mich einsam fühle, von Verbindungen getrennt oder ausgeschlossen, nicht zugehörig, auch wenn ich mitten unter Menschen bin.
Wie geht es dir mit Gemeinschaften? Und was trägt dazu bei, dass du in eine Gemeinschaft eingebunden bist?
Der Tessiner Weg hat in Madonna del Sasso seinen Abschluss gefunden. Pilgern und Wandern hat sich die Freiheit genommen, den Weg in umgekehrter Richtung zu gehen, und eigene Wegvarianten zu begehen, da ich es nicht so prickelnd finde, Kilometer lang auf dem Damm des Ticino oder neben der Autobahn zu gehen. Ok, dafür waren es deutlich mehr Höhenmeter als bei der offiziellen Variante: „Stägeli uf – Stägeli ab“. Schön war’s!



