
Gut, das Grand Tour of Switzerland Schild ist nicht gerade ein Hinweis auf einen Jakobsweg. Allerdings meine ich, dass der Tessiner Weg eher einem touristischen Interesse folgt, als historischen Pilgerwegen. Die Tessiner sind im Mittelalter nach Sünden gepilgert und dann dem Mittelmeer entlang in Richtung Santiago de Compostela und kaum über den Gotthard nach Norden. Wir machen uns jetzt von Norden nach Süden auf und sind an den beiden Tagen über den Gotthard mit dem Thema unterwegs „Über Tunneln“. Unter uns sind der Eisenbahntunnel von Göschenen nach Airolo (1880 eröffnet), der ebenso verlaufende Autobahntunnel (1980 eröffnet, die 2. Röhre ist im Bau) und der Neat Basistunnel, der von Erstfeld nach Bodio führt (2016 eröffnet). Und ja, durch das ursprünglich 64m lenge Urner Loch am oberen Rand der Schöllenen (1708 in den Fels gesprengt) sind wir auf der Anfahrt nach Hospental gefahren. Wir vermeiden einen Tunnelblick, sind froh, dass wir nicht nur das Licht am Ende des Tunnels sehen oder in die Röhre schauen. Nein: „Du stellst unsere Füsse auf weiten Raum“. (Psalm 31) Wir geniessen die Weite der Passlandschaft und den weiten Blick in die Leventina. Möge auch im Alltag etwas von dieser Weite gelten und prägen.



